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Hausboote

Hausboot mieten ohne Führerschein: Charterbescheinigung, Reviere und Regeln in DE, NL und UK

In Deutschland fährst du ein Charter-Hausboot bis 15 m ohne Führerschein, nach einer Einweisung. Die Regeln für DE, NL und UK mit amtlichen Quellen.

Andreas Lakeberg Redaktion · · 3 Min. Lesezeit
Hausboote am Ufer in der Abenddämmerung
Foto: Paparazzi Ratzfatzzi / Pexels

Ja, in Deutschland darfst du ein Hausboot ohne Führerschein mieten und selbst fahren. Möglich macht das die Charterbescheinigung: Der Vermieter weist dich ein und stellt sie dir aus. Sie gilt für Boote unter 15 m, die höchstens 12 km/h fahren, und nur auf bestimmten Revieren, etwa an der Müritz, an der Oberen Havel und an der Saale.

Was ist die Charterbescheinigung?

Die Charterbescheinigung ersetzt beim gemieteten Boot den Sportbootführerschein. Ein Vermieter darf ein Sportboot unter 15 m an Personen vermieten, denen er eine amtlich anerkannte Bescheinigung über ihre Befähigung ausstellt (§ 9 SportbootVermV-Bin). Ausstellen darf er sie nur unter diesen Bedingungen:

  • Das Boot hat fest eingebaute Schlafplätze, ist also ein Hausboot oder Kajütboot (§ 9).
  • Es ist höchstens 15 m lang und auf 12 km/h im stillen Wasser begrenzt.
  • An Bord sind höchstens 12 Personen, und es besteht eine Haftpflichtversicherung (Anlage 6).
  • Die Fahrt führt nur über die Reviere aus Anlage 5 (Anlage 5).

Auf welchen Gewässern gilt die Charterbescheinigung?

Nur auf den Binnenschifffahrtsstraßen, die Anlage 5 der Verordnung aufzählt. Dazu gehören unter anderem (Anlage 5):

RevierBeispiele aus der Anlage
Mecklenburgische SeenMüritz-Elde-Wasserstraße, Müritz-Havel-Wasserstraße
Havel und BrandenburgObere Havel-Wasserstraße, Untere Havel-Wasserstraße, Havel-Oder-Wasserstraße
Berlin und UmlandSpree-Oder-Wasserstraße, Dahme, Rüdersdorfer Gewässer
VorpommernPeene
Mittel- und WestdeutschlandSaale, Lahn, Saar

Auf der Müritz und dem Plauer See gelten mit Charterbescheinigung strengere Regeln: Ab Windstärke 4 darfst du nicht fahren, und alle an Bord müssen Rettungswesten tragen (Anlage 5).

Ist ein Hausboot mit Elektromotor anders?

Für die Charterbescheinigung nicht: Die Verordnung fragt nach Länge, Geschwindigkeit, Schlafplätzen und Revier, aber nicht nach der Antriebsart (Anlage 6).

Eine zweite Grenze gilt unabhängig davon für jedes Sportboot: Mit einem Elektromotor bis 7,5 kW Dauerleistung ist in Deutschland auf Binnen- und Seeschifffahrtsstraßen gar kein Führerschein nötig (§ 5 SpFV). Wie das zusammen mit den Mietregeln für ein bestimmtes Boot aussieht, sagt dir der Vermieter. Frag dort nach der Dauerleistung des Motors.

Wo sind Hausboote ganz verboten?

Auf manchen Seen hilft weder Charterbescheinigung noch Führerschein, weil Hausboote dort überhaupt nicht zugelassen werden:

  • Bayern, Landesgewässer: Boote, die überwiegend zum Wohnen bestimmt sind, dürfen nicht genehmigt werden (BaySchiffO).
  • Bodensee: Haus- und Wohnboote werden nicht zugelassen (BSO).
  • Oberösterreich: Auf Attersee, Traunsee und Mondsee ist das Einsetzen von Hausbooten verboten (RIS).
  • Kärnten: Auf den Seen der Anlage sind Hausboote mit mehr als 1,6 m Raumhöhe oder mehr als 7,5 m³ Rauminhalt verboten (RIS).

Brauche ich in den Niederlanden einen Führerschein?

Für ein typisches Miet-Hausboot nicht. Einen Führerschein (Klein vaarbewijs) brauchst du dort nur, wenn das Boot 15 m oder länger ist oder schneller als 20 km/h fahren kann, gleich welcher Antrieb (wetten.overheid.nl, CBR). Für langsamere Boote unter 15 m nennt die Prüfbehörde CBR den Schein „nicht verpflichtet, aber praktisch“, auf allen Flüssen, Kanälen und Seen. Eine eigene Ausnahme für Mietboote wie die deutsche Charterbescheinigung braucht es deshalb nicht.

In Giethoorn fahren seit dem 1. Januar 2023 alle Mietboote elektrisch (Gemeente Steenwijkerland).

Und in Großbritannien?

Auf den Kanälen brauchst du für ein gemietetes Boot keine Lizenz und keine Erfahrung. Der Canal & River Trust schreibt, dass man für ein Ferienboot weder eine bestimmte Lizenz noch eine Genehmigung braucht (CRT) und dass keine Vorerfahrung nötig ist (CRT). Auch für eigene Sportboote gibt es in Großbritannien keine Führerscheinpflicht (RYA). Im Lake District gibt es auf den vier großen Seen Bootsverleihe, auch mit Elektrobooten (Lake District National Park).

Quellen und Bildrechte

Bilder
Paparazzi Ratzfatzzi / Pexels (Bedingungen)
Geprüft
23. Oktober 2026 von Andreas Lakeberg

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Rechtlicher Hinweis. Dieser Artikel fasst Vorschriften allgemein zusammen und ist keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind allein die verlinkten Gesetze und Verordnungen in ihrer jeweils gültigen Fassung sowie die Auskunft der zuständigen Behörde, etwa des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts, des Landratsamts oder der Gemeinde am See. Stand der Angaben: 23. Oktober 2026.

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