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Antriebe

Elektro-Außenborder mit 10 PS und mehr: was gibt es und was kostet es? Mercury Avator und RAD Propulsion

Elektro-Außenborder statt 3,5- bis 60-PS-Benziner: Leistung, Akku, Laufzeit, Preis und Führerscheingrenzen bei Mercury Avator und RAD Propulsion.

Andreas Lakeberg Redaktion, , 6 Min. Lesezeit
Aluminium-Motorboot mit Außenborder fährt mit weißem Kielwasser an einer felsigen, bewaldeten Schärenküste vorbei
Foto: Margo Evardson / Pexels

Elektro-Außenborder gibt es inzwischen auch für Boote, die bisher einen 10- bis 60-PS-Benziner hatten. Mercury baut die Avator-Reihe von 0,75 bis 11 kW, nach Mercurys eigenem Vergleich entspricht das 3,5 bis 15 PS. RAD Propulsion aus Großbritannien spielt mit 40 und 120 kW in einer anderen Liga, für Tender und RIBs mit 60 PS und mehr. Der Avator 20e kostet laut Mercury-Preisliste 5.028,90 €, für RAD gibt es keinen Kaufpreis, nur Leasing.

Mercury Avator und RAD Propulsion im Vergleich

ModellLeistung laut HerstellerVergleich laut HerstellerAkkuGewicht ohne AkkuPreis Deutschland
Mercury Avator 7.5e0,75 kW Welle, 0,92 kW Eingangwie 3,5-PS-Viertakter1,03 kWh, eingebaut19,5 kgUVP 2.794 € inkl. MwSt.
Mercury Avator 20e2,2 kW Welle, 3,08 kW Eingangwie 5-PS-Viertakter2,3 oder 5,4 kWh, extern21,1 kgUVP 5.028,90 € inkl. MwSt.
Mercury Avator 35e3,7 kW Welle, 4,47 kW Eingangwie 9,9-PS-Viertakter2,3 oder 5,4 kWh, extern21,3 kgUVP 5.186,00 € inkl. MwSt.
Mercury Avator 75e7,5 kW Welle, 8,6 kW Eingang10 PS5,4 kWh je Modul, extern58,5 kg8.599 € (Händler, Motor ohne Akku)
Mercury Avator 110e11 kW Welle, 12,8 kW Eingang15 PS5,4 kWh je Modul, extern56 kg10.249 € (Händler, Motor ohne Akku)
RAD 4040 kW Dauerleistungwie 60-PS-Benziner20–61 kWh empfohlen98 / 104 kgkein Kaufpreis, Leasing
RAD 120120 kW Dauerleistungnicht angegeben61–244 kWh175 kgkein Kaufpreis, Leasing

Quellen: Mercury-Broschüre Avator (EMEA, DE), Mercury-Preisliste 20e/35e, UVP 7.5e, Händlerpreise 75e und 110e, PS-Vergleiche aus Mercury-Pressemitteilungen (7.5e, 20e/35e, 75e/110e), RAD 40, RAD 120.

Mercury nennt zwei Leistungswerte: die Nennleistung an der Propellerwelle und die Eingangsleistung, die der Motor aus dem Akku zieht. Eine Spitzenleistung nennen weder Mercury noch RAD.

Mercury Avator: vom Beiboot bis zum 15-PS-Ersatz

Die Avator-Reihe läuft mit 48 V. Beim kleinen 7.5e steckt der Akku mit 1,03 kWh unter der Haube und lässt sich tauschen. Ab dem 20e hängen externe Akkumodule am Motor, bis zu vier lassen sich über ein „Power Center“ zusammenschalten. Für 20e und 35e gibt es Module mit 2,3 kWh, für 75e und 110e Lithium-Eisenphosphat-Module mit 5,4 kWh, die je 42,2 kg wiegen (Broschüre). 7.5e, 20e und 35e gibt es mit Pinne oder Fernschaltung, den 110e nur mit Fernschaltung.

Laufzeiten nennt Mercury nur für die kleinen Modelle. Der 7.5e fährt mit einer Ladung an einem 13-Fuß-Boot 1 Stunde bei Vollgas (5 Meilen) und 19,4 Stunden bei 25 % Gas (34 Meilen). Der 20e schafft mit einem 2,3-kWh-Akku bis zu 16 Stunden, der 35e mit zwei Akkus bis zu 18 Stunden, getestet an einem 12-Fuß-Boot, ohne Angabe der Gasstellung (Broschüre). Für 75e und 110e fehlen Laufzeit und Reichweite. Warum das Tempo die Laufzeit so stark bestimmt, steht in Elektromotor fürs Boot: wie weit kommst du mit einer Ladung?.

Laden dauert beim 7.5e mit dem mitgelieferten 110-W-Ladegerät rund 9 Stunden, mit 520 W unter 2 Stunden. Ein 2,3-kWh-Akku braucht mit 520 W rund 4,5 Stunden, ein 5,4-kWh-Modul mit dem fest eingebauten 1-kW-Lader rund 5 Stunden. Mercury gibt 3 Jahre Garantie für den Freizeitgebrauch, den Akku aber ausgenommen (Preisliste).

Händler gibt es in Deutschland (etwa Greenboatsolutions in Berlin), Österreich (Maletschek Nautics, Fuchs Boote, MCM), der Schweiz (Werft52) und den Niederlanden (Allesmarine). Die Preise liegen dort teils unter der UVP: den 7.5e gibt es bei Greenboatsolutions für 2.599 € inklusive Mehrwertsteuer (Greenboat).

RAD Propulsion: 40 und 120 kW für Tender und RIBs

RAD Propulsion baut zwei Elektro-Außenborder für größere Boote: den RAD 40 mit 40 kW Dauerleistung, laut RAD vom Schub her vergleichbar mit einem 60-PS-Benziner, und den RAD 120 mit 120 kW. Beide laufen mit rund 400 V, also wie ein Elektroauto, und werden nur per Fernsteuerung (drive-by-wire) gefahren, mit 180 Grad Lenkwinkel (RAD 40).

Den Akku kannst du bei RAD kaufen oder selbst beschaffen. Für den RAD 40 empfiehlt RAD 20 bis 61 kWh. Das eigene 21-kWh-Paket lädt per CCS-Schnellladung in unter 45 Minuten oder mit 6,6 kW Wechselstrom in 3,5 Stunden und reicht laut RAD für bis zu 30 Seemeilen, ohne Angabe von Tempo oder Boot (Datenblatt Akku). Auf den Antrieb gibt RAD 36 Monate oder 3.000 Betriebsstunden Garantie, auf einen bei RAD gekauften Akku 12 Monate (Garantiebedingungen).

Einen Kaufpreis nennt RAD nicht. Auf der Website steht nur ein Leasing ab 995 £ im Monat für 3 bis 5 Jahre, mit Akku und Steuerung, ohne Angabe zur Mehrwertsteuer (RAD Leasing). Händler gibt es in Großbritannien (Coastal Marine Projects, Golden Arrow Marine) und in den Niederlanden (Energyboats), in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben wir keinen gefunden (RAD).

Brauchst du für einen starken Elektro-Außenborder einen Führerschein?

In Deutschland ist ein Elektromotor bis 7,5 kW Dauerleistung führerscheinfrei (§ 5 SpFV), am Bodensee und in Österreich gelten 4,4 kW, in der Schweiz 6 kW. Avator 7.5e und 20e bleiben überall darunter. Schwierig wird es bei zwei Modellen, weil keine Quelle sagt, ob die Grenze die Wellen- oder die Eingangsleistung meint:

  • Avator 35e: In Deutschland und der Schweiz führerscheinfrei. Am Bodensee und in Österreich liegt die Wellenleistung mit 3,7 kW unter 4,4 kW, die Eingangsleistung mit 4,47 kW darüber.
  • Avator 75e: Die Wellenleistung liegt mit genau 7,5 kW auf der deutschen Grenze, die Eingangsleistung mit 8,6 kW darüber.

Avator 110e, RAD 40 und RAD 120 brauchen überall einen Führerschein. Alle Grenzen mit Quellen stehen in Boot fahren ohne Führerschein.

Quellen und Bildrechte

Bilder
Margo Evardson / Pexels (Bedingungen)
Geprüft
29. Oktober 2026 von Andreas Lakeberg

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Rechtlicher Hinweis. Dieser Artikel fasst Vorschriften allgemein zusammen und ist keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind allein die verlinkten Gesetze und Verordnungen in ihrer jeweils gültigen Fassung sowie die Auskunft der zuständigen Behörde, etwa des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts, des Landratsamts oder der Gemeinde am See. Stand der Angaben: 29. Oktober 2026.

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